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Demo: Menschenmenge, Fahnen, Plakate, Transparente.

Kein Klimaretter

Jan. 2021 EU | Pünktlich zum neuen Jahr kam der neue, im nationalen Klimaschutzplan für 2030 vorgesehene Emissionspreis. Dieser liegt 2021 bei 25 € pro Tonne CO₂. Konkret sind der Verkehr und Gebäude betroffen. Der angesetzte Preis muss aber durchaus immer noch kritisch gesehen werden.

Die Bundesregierung verfolgt mit dem Emissionshandel eine Art Hebelwirkung zugunsten der Klimawende – vermeintlich. Denn die Preise führen schlichtweg nicht zur nötigen Wende. Eine schrittweise Anhebung auf 55 € bis zum Jahr 2025 ist geplant. Vor allem Tanken und Heizen wird teurer. Der Preis pro Liter steigt bei Diesel und Heizöl um sieben Cent. Bis 2025 wird der Aufschlag bei 15 Cent liegen. Beim Gas zum Heizen muss der Verbraucher 0,5 Cent je Kilowattstunde drauflegen. Mit den zusätzlichen Einnahmen soll die Energiewende gefördert werden.

Was von außen vielversprechend klingt, wird seit Jahren kritisiert – berechtigterweise. Absehbar ist nämlich: Der CO₂-Preis ist zu niedrig, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) berechnete bereits 2019 einen nötigen Preis von 50 € je Tonne CO₂ für das Jahr 2020. Bis 2025 sei das Umschwenken weg von fossilen Energien sogar nur mit 80 € möglich. Die Zahlen klaffen weit auseinander.

Das PIK gibt zudem zu bedenken, dass die Einnahmen durch den Emissionshandel nicht an die Bevölkerung zurückerstattet würden. Eine Klimadividende für umweltbewusstes und ressourcenschonendes Verhalten ist fair und bürgernah. Mit dem fehlenden Ausgleich ist der CO₂-Preis weder hoch genug noch fair genug. So wird der CO₂-Preis – auch nach Nachjustierung für 2021 – wohl kaum zur Energiewende führen.

Quelle: Eurosolar

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