Atomsonne.

Spendenaufruf 27. Juli 2022 es schreibt: Carolin Franta

«Jetzt geht es um alles: Energiewende retten und Atomausstieg verteidigen!»

 

Es ist abscheulich, wie Politiker*innen vor allem von CDU, CSU und FDP die Ängste und Sorgen der Menschen aufgrund der Gaskrise instrumentalisieren, um – wie 2009/2010 schon einmal – den Atomausstieg zu kippen.

Ausgerechnet diejenigen, die jahrelang den Zubau von Solaranlagen gedeckelt und jedes Windrad erbittert bekämpft haben, behaupten nun, es gebe angeblich zu wenig Strom – und wollen mit diesem Argument Laufzeitverlängerungen für die drei noch laufenden AKW in Deutschland durchsetzen!

Es ist eine Diskussion jenseits von Fakten. Die Stromnetzbetreiber haben erst vor zwei Wochen dargelegt, dass die Stabilität der Stromversorgung im Winter trotz Gasmangel und auch ohne AKW gar nicht in Frage steht. Unabhängig davon können AKW die Gaskrise niemals lösen, denn nur ein Bruchteil des Gases wird überhaupt zur Stromerzeugung eingesetzt und davon wiederum wäre nur ein winziger Bruchteil theoretisch durch Atomkraft ersetzbar (nach Angaben des Energieministeriums etwa ein halbes Prozent).

Nur ein paar Wochen??

Irreführend ist auch der Eindruck, dass es bei der Diskussion nur um wenige Wochen «Streckbetrieb» über den 31.12. hinaus gehe. Die Spitzen von CDU, CSU und FDP haben vielmehr öffentlich verkündet, dass ihr Ziel der Kauf neuer Brennelemente und der jahrelange Weiterbetrieb der AKW ist – der Streckbetrieb wegen einer angeblichen Notlage ist bloß der Türöffner dafür. Laufen die AKW erst einmal weiter, können wir uns ausrechnen, dass sich die Atom-Fans auch in drei oder vier Jahren vehement gegen ein Abschalten der Reaktoren sträuben werden.

Die Anti-AKW-Bewegung hat jahrzehntelang mit unglaublichem und hartnäckigem Einsatz für das Aus aller Atomkraftwerke in Deutschland und für die Energiewende gekämpft und sich dabei gegen eine mächtige Allianz aus Industrie und Politik durchgesetzt. Wenn wir zulassen, dass das Atom-Fass nun kurz vor der Zielgeraden noch einmal aufgemacht wird, ist dieser historische Erfolg ernsthaft in Gefahr. Es droht dann der jahrelange Weiterbetrieb von AKW in Deutschland – und jahrelange weitere Auseinandersetzungen. Wertvolle Kräfte, die wir für eine entschiedene Energiewende und einen zügigen Kohleausstieg dringend benötigen, wären gebunden. Ein atomarer Rollback wäre auch ein fatales Signal für die Bemühungen um eine Energiewende weltweit. Wir müssen deshalb alles daransetzen, einen solchen Rückfall zu verhindern!

Fukushima schon vergessen?

Die AKW Lingen/Emsland, Isar-2 und Neckarwestheim-2 wurden in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut, ihre letzte Periodische Sicherheitsüberprüfung fand 2009 statt. In allen drei Reaktoren besteht der Verdacht, dass sich unerkannt Risse gebildet haben. Es ist unverantwortlich, so zu tun, als ob diese Alt-Anlagen in «sicherem» Zustand wären. In jeder kann es jeden Tag zu einem schweren Unfall kommen. Braucht es erst ein weiteres Fukushima, bis wir das wieder vor Augen haben?

Protest auf Fahrrädern

Seit dem 9. Juli ist .ausgestrahlt mit der Anti-Atom-Radtour 2022 – «Dem Ausstieg entgegen! Die Zukunft ist erneuerbar!» – unterwegs. Nun wird sie zum rollenden Protest gegen die drohenden Laufzeitverlängerungen! Mit einer Dauer von insgesamt sechs Wochen und über 2.400 Kilometern ist es vermutlich sogar die längste Anti-Atom-Demo in der Geschichte … Die binnen weniger Tage auf die Beine gestellte Kundgebung «Energiewende retten! Alle Atomkraftwerke jetzt abschalten!» mit Redner*innen auch von Greenpeace und dem BUND beim Eintreffen der Radtour vergangenen Sonntag in Hamburg war nur die erste von vielen Protest-Aktionen, die noch folgen werden.

Ein heißer Herbst kommt auf uns zu

In den kommenden Wochen und Monaten wird es auf uns alle ankommen, den Atomausstieg und die Energiewende laut und sichtbar zu verteidigen – auch gegenüber der offenbar schon wackelnden Bundesregierung. Es wird eine nochmal anstrengende und Ressourcen zehrende Auseinandersetzung werden. Kannst Du mit dazu beitragen, dass .ausgestrahlt finanziell gut aufgestellt in die hoffentlich letzte Runde im Kampf um den Atomausstieg geht?

Jeder noch so kleine Beitrag zählt – für die Rettung der Energiewende und das endgültige Aus der AKW in Deutschland.

Mit herzlichen Grüßen
Carolin Franta
und das ganze .ausgestrahlt-Team

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