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Zitat

»Das Gedächtnis der Menschheit für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz. Ihre Vorstellungskraft für kommende Leiden, ist fast noch geringer.«

Bertolt Brecht

Redaktion

Mörderische Waffen

Lernziel: Es macht Spaß, einen am Boden liegenden Menschen zu zweit zu verprügeln ???


Ein schönes Fest war der Rheinland-Pfalz-Tag vom 21. - 23. Juni 2013 in Pirmasens, wäre da nicht die obszöne Zur-Schau-Stellung von mörderischen Waffen auf dem "Platz der Streitkräfte" gewesen.


Einen positiven Kontrapunkt setzte zum vierten Mal die rheinlandpfälzische Friedensbewegung im Forum für Frieden, Umwelt und Integration. Musik, Chor, Tanz und Diskussion waren Bestandteile des Programms.


Die rheinlandpfälzische Sozialministerin sprach am Samstag im Rahmen des Kulturprogramms auf der gemeinsamen Bühne zu den Teilnehmern und Besuchern des Forums.

Leserbrief von Wolfgang Kohlstruck in der Pirmasenser Zeitung

Bedauert wurde von allen Teilnehmern, dass das Forum vom Veranstalter in einen Randbereich des Rheinlandpfalz-Tages plaziert wurde, sodass nur wenige Besucher das Programm überhaupt zur Kenntnis nahmen.

Zu der riesigen Waffenschau und den empörten Reaktionen darauf dokumentieren wir im Folgenden einen Artikel von Frank Eschrich von der Friedensininitiative Pirmasens.


Verherrlichung von Waffen und Gewalt auf dem Rheinland-Pfalz-Tag
Schockierende Bilder von prügelnden Kindern – belustigte Eltern

Auf dem Messegelände konnten MG-bestückte Panzerwagen, eine Feldhaubitze, ein Bundeswehr Tornado und viele weitere Kriegsgeräte besichtigt und deren Funktionen ausprobiert werden. Militärshow-Gegner sagten übereinstimmend, dass die militärische Präsenz an Rheinland-Pfalz-Tagen selten so massiv zur Schau gestellt wurde wie in Pirmasens. Die ebenfalls auf dem Messegelände ausstellenden zivilen Einrichtungen wie THW oder Feuerwehr waren angesichts der Masse der Militärs bestenfalls eine Randnotiz.

Frank Eschrich: „Von den Informationsständen und Werbefilmen der Militärs nahm kaum jemand Notiz. In den Zelten der Bundeswehr wollte sich ebenfalls kaum jemand über den grundgesetzlichen Auftrag oder humanitäre Hilfseinsätze informieren lassen. Als Zuschauermagnete entwickelten sich vielmehr die ausgestellten Kriegswaffen. Eltern und Kinder standen Schlange, um vom Führerhaus das vollautomatische MG zu bedienen oder im Cockpit eines Kampfjets Platz zu nehmen. Besonders schockierend die Darstellung der „Arbeit“ der US Military-Police. Im Beisein ihrer belustigten Eltern durften Kinder auf einen Militärpolizisten im Schutzanzug einprügeln, der sich nach Hollywood-Manier unter den Schlägen auf dem Boden wand.

Auf dem Platz der Streitkräfte ging es nicht um Information, sondern um die Verherrlichung von Waffen und Gewalt. Geschickt ausgenutzt haben die Militärs die Neugier der Kinder und die Sensationslust ihrer Eltern. Statt virtuelle Ballerspiele auf dem Bildschirm hatten die junge Menschen beim Rheinland-Pfalz-Tag die zweifelhafte Gelegenheit, an echten Waffen herum zu hantieren.  Diese Möglichkeit wurde ausgiebig genutzt. Insofern wurden unsere Befürchtungen bestätigt. Waffen und der Umgang mit ihnen haben einen weiteren Schritt der Normalisierung erfahren und die Zielgruppe waren insbesondere Kinder. Der spielerische Umgang mit Waffen senkt die Hemmschwelle, von ihnen Gebrauch zu machen oder sich später für den Waffendienst zu verpflichten. Die Bundeswehr und die US-Army haben offenkundig ihre Ziele erreicht.

Ein durchaus gelungenes und gut besuchtes Landesfest hat dadurch einen schweren Makel abbekommen. Das war völlig unnötig und genauso unsinnig.“


Frank Eschrich, Mitglied der Friedensinitiative Pirmasens


Frank Eschrich ist Mitglied des Stadtrats und Vorsitzender DIE LINKE Pirmasens.





 
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