Warum zweifelt Umwelt­minister Peter Altmaier am AKW-Aus­stiegs­zeit­plan? – Die Fakten sind doch sehr »sonnig«!

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Vielleicht will Herr Altmaier, ganz anders als er offiziell behauptet, die Erneuer­ba­ren Ener­gien gar nicht wirklich fördern? Denn mit Fakten sind seine Bedenken, ob die erneuer­bare Energie­wende bis 2022 zu schaffen ist, nicht zu begründen.


Allein in den letzten 12 Mona­ten ist, laut offi­ziel­len Zahlen vom 26. Juli 2012 vom BDEW (Bund der Energie- und Wasser­wirt­schaft), der Anteil der Erneuer­ba­ren Ener­gien von 21% um mehr als 4% auf über 25% des deutschen Strom­mixes gestiegen.


Nehmen wir mal sehr konser­vativ an, mehr als 4% Erneuerbarer Energie Zuwachs im Jahr geht technisch nicht (was natürlich nicht stimmt), dann würden wir bei 4%igem jährlichen Zuwachs in 10 Jahren bis 2022 weitere 40% Erneuerbare Energien im Strom­netz haben. Das wären über 65% Erneuerbarer Energieanteil in 2022! Da die Atom­kraft bereits in 2012 nicht einmal mehr 20% des deutschen Stroms liefert, ist es offen­sichtlich, dass die Atomkraft technisch leicht zu ersetzen ist.


Heutzutage gibt es eher die neue Heraus­for­de­rung die Erneuer­ba­ren Ener­gien sinnvoll und kosten­günstig zu speichern. Als Folge sollten wir schnellst­möglich ein Erneuer­bares Energie-Speicher Gesetz einführen. Das würde dazu führen, dass Deutschland endlich wieder den Anschluss an die Speicher-Techno­logie-Führer aus vor allem Asien gewinnen könnte. Aber es gilt nicht nur die diversen Batterie-Speicher Tech­no­lo­gien zu fördern, sondern auch die diversen Druck­luft-Speicher Tech­no­lo­gien bzw. die Power-to-Gas Tech­no­lo­gien. Bei der Power-to-Gas Tech­no­lo­gie wird sogar CO2 aus der Atmosphäre geholt. Aus z.B. Wind­kraft wird durch Elek­tro­lyse Wasser­stoff gewonnen. Dieses H2 wird mit Hilfe von CO2 zu CH4 = Methan umgewandelt. Und für Methan haben wir in Deutsch­land bereits Saison-Speicher installiert.


Wir sollten uns immer vor Augen halten, dass wir momen­tan mit­tels »fossi­len Öl-, Gas-, Kohle- und Uran-Ener­gie­quellen« gar keine wirk­lichen »Ener­gie­quellen« nutzen, sondern in Wahr­heit uralte Ener­gie­speicher. Zur Herstel­lung dieser Speicher hat die Erde Jahr­mil­lio­nen benötigt. Wir haben in nicht einmal 200 Jahren bereits über die Hälfte dieser »nicht-Ener­gie­quellen« verbrannt. Obwohl die Sonne uns täglich 10.000 mal mehr Energie sendet, als wir verbrauchen, soll unser Spiel mit dem »fossil-ato­ma­ren Feuer« intel­li­gent sein?

Dass wir es wagen, uns selber trotz unserem immer noch prak­ti­zier­ten »fossil-ato­ma­ren Ener­gie-Wahn­sinns«, »homo sapiens« zu nennen, werden unsere Nach­fahren in spätes­tens 100 Jahren wahr­schein­lich nur noch mit Kopf schütteln kommentieren.


Wenn sich der bayerische Wirt­schafts­mi­nis­ter Martin Zeil, um die Kosten des Solar- und Wind­strom sorgt, sollte er endlich Farbe beken­nen, welche Kosten er meint.


Bereits heute wären Wind- und Solar­strom konkur­renz­los günstig gegen den Atom­strom, wenn sich Atom­kraft­werke endlich kosten­deckend Haft­pflicht versichern müssten.


Die Katastrophe von Fukushima hat uns noch einmal bewiesen, wie bitter not­wen­dig die Einfüh­rung einer kosten­de­ckenden Atom­kraft­werk-Haft­pflicht­versi­cherung ist. Denn nicht einmal 1,5 Jahre nach dem Supergau in Japan musste Tepco verstaat­licht werden, da sie die ange­rich­teten Super­gau Schäden nicht mehr bezahlen konnten. (Quelle: IWR Pressedienst)


Die Rating Agenturen haben bereits auf die atomaren Risiken reagiert und RWE das A-Rating entzogen. Auch wenn Eon lt. der AZ-Kurznachricht wieder auf Wachstumskurs sein soll – selbst ihr dieses Jahr prognostizierter Gewinn von 6,7 Milliarden € könnte einen möglichen Super-Gau Schaden nicht einmal ansatzweise bezahlen. Laut einer 1992 von der BASLER Prognos AG, im Auftrag der damaligen schwarz-gelben Bundesregierung durchgeführten Studie, würde ein Supergau im dicht besiedelten Deutschland über 5.000 Milliarden € kosten. Laut der der Studie sind zur Zeit nicht einmal 1% des Supergau-Schadens Haftpflicht versichert. D.h. zur Zeit zahlen 99% der an sich fälligen AKW-Haftpflichtversicherung immer noch alle Bürger/Innen.


Die Bundesregierung hat endlich die »ungerecht­fertigen Gewinne« der unter­versi­cherten Atom­kraft­werke durch ein längst über­fäl­liges AKW-Haft­pflicht­versi­che­rungs-Gesetz zu stoppen.


Alle Bundesbürger, die in einem Auto fahren mit nur einer 1% Haftpflichtversicherungs-Deckung, würden von der Polizei verhaftet und kämen zu recht in das Gefängnis.


Selbst Solar-Photo­vol­taik-Hersteller müssen ihre Solar­module zu 100% Produkt­haft­pflicht versichern – egal ob es deutsche, europäische, ameri­ka­nische oder chine­sische Hersteller sind. Sonst dürfen sie ihre Solar­module nicht nach Europa importieren und hier verkaufen.


Wann werden Atom­kraft­werks­be­treiber und Solar­kraft­werks­betreiber endlich versiche­rungs­mäßig gleich behandelt? Der »atomare Haft­pflicht­ver­si­che­rungs-Ungleich­behand­lungs­skandal« ist grob Wett­bewerb verzer­rend und muss endlich beendet werden!



Frank Winkler


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Redaktion

 
 

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